Das Internet kann Ihre Immobilie nicht verkaufen

Kostenlose Immobilienbewertung 

„Was ist meine Immobilie wert?“ ist die erste Frage, die sich der Eigentümer stellt, wenn er sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte. Neuartige Onlineportale suggerieren hier, eine valide Antwort geben zu können. Schnell ein paar Zahlen eintippen, schon erhält man eine kostenlose Wertermittlung. In vielen Fällen ergeben sich dabei höhere Summen, als die Immobilie tatsächlich wert ist. Denn durch einen vielversprechenden Verkaufspreis bekommt der Anbieter bei Ihnen „einen Fuß in die Tür“.

Den besten Maklern finden

Wenn sich nach der Eingabe Ihrer Daten ein Makler meldet, handelt es sich nicht automatisch um den Besten, sondern eher um den Erstbesten. Nämlich um denjenigen, der bereit ist, dem Onlineportal für die Weiterleitung Ihrer Kontaktdaten eine Prämie von mehreren Hundert Euro zu bezahlen. Und je nach Anbieter ist noch nicht einmal ein professioneller Makler involviert. So kann es passieren, dass ein angelernter Immobilienberater eingesetzt wird, der hauptsächlich Besichtigung durchführt. Das können Freiberufler mit Immobilienhintergrund sein oder auch der Student, der sich ein paar Euro dazu verdienen möchte. Leider spielen auch etablierte Immobilienmakler mit, obwohl sie bis zu 50 Prozent ihrer Provision abtreten müssen.

Mit Höchstpreisen zu neuen Aufträgen

„Makler bieten Ihnen Höchstpreise!“ Auch damit wirbt so mancher Onlineanbieter. Hört sich gut an, ist aber kein seriöser Ansatz. Denn es geht ja immer darum, eine Immobilie so zu bewerten, dass ein realistischer Marktwerkt dabei herauskommt. Schließlich kauft nicht der Makler Ihr Haus, sondern er sucht einen Käufer. Mit einem „Mondpreis“ zu starten, wäre überdies gleich aus mehreren Gründen falsch. Erstens: Die Vermarktungsdauer verlängert sich nachweislich. Zweitens: Sobald eine Fremdfinanzierung ins Spiel kommt, werden Liebhaberpreise von Darlehensgebern wie Banken oder Sparkassen weder akzeptiert noch finanziert.

Fazit

Auch wenn die zahlreichen Onlineanbieter ihre Leistungen und Algorithmen als Wunderwaffe anpreisen: Ihnen sollte klar sein, dass keine Internetseite mehr für eine Immobilie erlöst als der Markt hergibt. Keine Online-Plattform kann den kompetenten Makler vor Ort ersetzen, der seriös einen realistischen Marktpreis ermittelt und alles bis hin zum unterschriebenen Notarvertrag für Sie erledigt. Und nicht vergessen: Sobald Sie Ihre Daten in ein Online-Formular eingeben, müssen Sie irgendwann den AGB zustimmen.

Dazu gehört auch Ihr Einverständnis, dass Ihre Daten für andere Zwecke weiterverwendet werden. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie bald Post von Versicherungen, Finanzdienstleistern und anderen Firmen erhalten. Denn für kostenlose Angebote bezahlt man im Internet fast immer mit seinen wertvollen persönlichen Daten!